Was ist der BMF-Rechner?
Das Bundesfinanzministerium stellt unter www.bundesfinanzministerium.de einen kostenlosen Online-Rechner zur vereinfachten Kaufpreisaufteilung bereit. Dieser soll Steuerpflichtigen eine schnelle Orientierung geben.
Systemische Schwächen des BMF-Rechners
- Pauschalierte Sachwertmethode ohne individuelle Marktanpassung
- Verwendet vereinfachte Normalherstellungskosten, die nicht immer aktuell sind
- In Großstädten und Ballungszentren resultiert der Rechner oft in einem zu hohen Bodenanteil
- Berücksichtigt keine Besonderheiten des Einzelobjekts (Lage, Zustand, Ausstattung)
- Kann nicht angefochten werden, wenn er im Bescheid verwendet wird – außer durch ein Gutachten
BFH: Gutachten schlägt BMF-Rechner
Der BFH hat in mehreren Entscheidungen bestätigt, dass ein qualifiziertes Sachverständigengutachten das Finanzamt bindet und den BMF-Rechner verdrängt, sofern das Gutachten methodisch einwandfrei ist (u. a. BFH IX B 21/20).
Wann lohnt sich die Alternative?
Immer dann, wenn der BMF-Rechner einen Bodenanteil von mehr als 30–35 % ergibt, ist ein Gegengutachten wirtschaftlich sinnvoll. Besonders in München, Berlin, Hamburg, Frankfurt oder anderen Großstädten sind die Diskrepanzen besonders ausgeprägt.